Schutz von Schwalben, Falken & Co.

Arbeitsgruppe Gebäudebrüterschutz Weimar

Mauersegler in der Luft Sie sind nur zur Brutzeit von Mai bis August in Europa. Sie überwintern südlich der Sahara bis Südafrika.
Mauersegler in der Luft Sie sind nur zur Brutzeit von Mai bis August in Europa. Sie überwintern südlich der Sahara bis Südafrika.

Gebäudebrüter, also an Gebäuden brütende Vögel, sind Turmfalken, Mauersegler, Schwalben, Eulen, Rotschwänzchen, Spatzen u.a.
Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben Gebäudebrüter an unseren Häusern in Mauerlücken, Defekten am Dachkasten, in Fassaden und unter Ziegeln Einschlupf- und Nistmöglichkeiten gefunden.

Die Zugvögel brüten nur bei uns und kommen deswegen aus Afrika hierher. Aus diesem Grunde tragen wir Verantwortung für ihren Erhalt.

Bei den notwendigen Haussanierungen wurden und werden alle Fugen dicht gemacht, die Fassaden und der Dachkasten verdämmt und dadurch alle Nistplätze verschlossen. Wenn dort Brutplätze waren, schreibt das Artenschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz den Erhalt bzw. die Schaffung von Ersatzbrutplätzen bindend vor. Dem wird aber mangels Kenntnis selten Rechnung getragen bzw. es wird negiert. Bei gutem Willen, gegenseitiger Achtung und Toleranz und Respektierung geltender Gesetze lassen sich Quartiere ohne großen Aufwand erhalten oder neu schaffen, wobei wir behilflich sind. Sie sind nur zur Brutzeit von April/Mai bis August/September in Europa.

Diese Ersatznistkästen für Mauersegler an einem Gebäude der GWG Weimar, Heldrungerstraße 7, sind jedes Jahr ab etwa Ende April bis Anfang August besetzt.
Diese Ersatznistkästen für Mauersegler an einem Gebäude der GWG Weimar, Heldrungerstraße 7, sind jedes Jahr ab etwa Ende April bis Anfang August besetzt.

Möglichkeiten für den Brutplatzerhalt bei der Sanierung von Gebäuden sind z. B.:

  1. Der unverdämmte Dachkasten wird nach seiner Erneuerung mit Einschlüpfen (3 cm x 5,5 cm) versehen. Solche Nistplätze nehmen die sehr ortstreuen Mauersegler sofort wieder an. Der Dachkasten muss zum Bodenraum dicht verschlossen sein, damit sich die Tiere nicht in ihm verirren. Mauersegler beschmutzen keine Fassaden und brüten total unauffällig, wodurch ihre Anwesenheit häufig nicht wahrgenommen wird.
  2. Werden der Dachkasten und die Fassade bei der Sanierung völlig verdämmt, schaffen Ersatznistkästen unterhalb des Dachkastens Abhilfe.
  3. Bei Neubauten lassen sich industriell vorgefertigte Niststeine für Gebäudebrüter, Halbbrüter und Fledermäuse problemlos einplanen und einbauen.
  4. Für Plattenbauten sind verschiedene Varianten des Brutplatzerhaltes anstelle der Belüftungsgitter im Drempelbereich im Angebot und erprobt.
  5. Für Mehlschwalben lassen sich nach der Dach- und Fassadensanierung ebenso Kunstnester anbringen wie im Gebäudeinneren von Stall, Scheune, Durchfahrten für die sehr gefährdeten Rauchschwalben. Ein Kotauffangbrett schafft Abhilfe für die vielen kleinen Exkremente und vermeidet evtl. Ärger mit den Menschen. Andererseits erfreuen sich viele Hauseigentümer und Menschen an diesen lieblichen Zwitscherlingen.
Schwalben an bzw. in ihrem neuen künstlichen Nest: Diese Hauseigentümer erbaten sich für die bei der Renovierung der Fassade verlustig gegangenen natürlichen Schwalbennester acht Ersatznester! Sie wurden alle 2001 bezogen und ein neuntes noch von ihnen da
Schwalben an bzw. in ihrem neuen künstlichen Nest: Diese Hauseigentümer erbaten sich für die bei der Renovierung der Fassade verlustig gegangenen natürlichen Schwalbennester acht Ersatznester! Sie wurden alle 2001 bezogen und ein neuntes noch von ihnen da
  1. Für Turmfalken installiert man am für den durch die Sanierung verschlossenen Dachkastennistplatz am besten einen haltbaren kommerziellen Nistkasten, der ebenso wie selbstgebaute Nistkästen problemlos angenommen wird.
  2. Für Schleiereulen und für Falken bieten Kirchturmluken eine geeignete Einflugmöglichkeit für den dahinter montierten Nistkasten, der für Eulen sehr geräumig und zweikammerig sein sollte.
  3. Rotschwänzchen nehmen geschlossene oder halboffene Nistkästen an.
  4. Auch der Spatz leidet unter Wohnungsmangel und nimmt kleine Unterschlüpfe zum Brüten und braucht Sand zum Baden und ständiges Nahrungsangebot. Deswegen ist er noch ständiger Gast in Zoos.

Für Fledermäuse ist im Sommer die Südseite hinter hohlen Holzfassaden (Nistbretter) und Fensterläden eine Brutmöglichkeit gegeben. Zum Überwintern benötigen sie frostfreie Quartiere (dicke alte Bäume, Keller, Gewölbe und Höhlen u. ä.).

Wichtig ist, für Nahrungsangebote (Insekten und Beeren!) zu sorgen, d. h. Bäume, Sträucher, Rasen mit Wildecke, Fassadenbegrünung müssen als Insektengrundlage erhalten bleiben.

Nur wenn eine "Grüne Lunge" vorhanden ist, überleben Mensch und Tier.

Aufzucht von Fundtieren: Nestlinge und Jungvögel benötigen Wärme und regelmäßige Fütterung (8x am Tag) und bis zu 40 % ihres Gewichtes täglich an Insekten. Bevor Sie mit nichtartgerechter Nahrung – wie z. B. Mehlwürmern – Schaden anrichten, erkundigen Sie sich oder geben die Fundtiere in Fachhände. Altvögel haben häufig eine Flügelverletzung und müssen vom Tierarzt untersucht werden.

Naturschutzjugend

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unser bUCH ÜBER MAUERSEGLER

Hiermit erhalten Sie einen Buchtipp der besonderen Art: Frau Dr. Helga Brunnemann aus Weimar (Leiterin der Arbeitsgruppe Gebäudebrüterschutz des NABU RV Weimar/ Apolda e.V.) hat ihren reichen Erfahrungsschatz in einer umfassenden Publikation zum Mauerseglerschutz herausgegeben, mit detaillierten Beschreibungen und reicher Bebilderung. Es handelt sich über ein bundesweites Angebot, nicht nur für Weimar.
Bezogen werden kann es unter der ISBN 978-3-00-045461-5 (Ackerhalm-Verlag Weimar) für 14,50 € über den Buchhandel oder beim NABU Weimar/ Apolda (nabu-weimar@web.de).

Bescheibung/ Inhalt
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