Storchennisthilfe in Ehringsdorf errichtet 08.10.19

 

Storchennisthilfe in Possendorf installiert, 27.09.2018

Errichtung einer Storchennisthilfe in Possendorf bei Weimar
Im Rahmen des ENL-Projekts „Frosch- und Vogelweiden 3“  des NABU Thüringen, wurde in Zusammenarbeit mit dem NABU Weimar und der EBT Elektrobau GmbH eine Storchennisthilfe in Possendorf errichtet
26.09.2018 – Schon seit längerer Zeit ist dem Naturfreund und NABU-Mitglied Manfred Michel ein Storch auf Futtersuche in der Umgebung von Possendorf aufgefallen. Als er von dem ENL-Projekt hörte, setzte er sich gleich mit dem NABU in Verbindung.
Das im Süden von Weimar liegende Gebiet um Possendorf ist durch seine landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Südlich des Ortes befinden sich die Teichwiesen des Tobritzer Teichs und des Seeteichs sowie der kleine Auenbereich der Erlewiesen. Solche Strukturen dienen dem Storch als potentielles Nahrungshabitat. Auch im Bereich weniger intensiv genutzter Äcker findet er Kleinsäuger und Insekten, die zu seinen Nahrungsgrundlagen zählen.
Somit wurde auf dem Privatgrundstück von Familie Michel eine Storchennisthilfe errichtet. Diese besteht aus einem 12,00 Meter langen Holzmast, an dessen oberes Ende eine feuerverzinkte Unterkonstruktion befestigt ist. Auf dieser Unterkonstruktion wurde ein mit Weidenruten ausstaffierter und mit weißer Kalkfarbe bespritzter 1,30 Meter großer Weidenkorb installiert. Die weißen Spritzer sollen dem Storch eine Vornutzung des Nestes und einen damit einhergehenden Bruterfolg suggerieren. Im unteren Drittel des Mastes ist eine Manschette befestigt, die den Mastfuss im Übergang zwischen Erdreich und Oberfläche vor Verwitterung schützt.
Die Storchenbilanz des Jahres 2018 zeigt, dass es mit 61 Brutpaaren wieder einen Zuwachs zum Vorjahr, mit 54 brütenden Weißstorchpaaren, gibt. Im Ländervergleich weist Thüringen jedoch eine der geringsten Siedlungsdichten des Weißstorches auf. Aufgrund der bereichsweise unzureichenden Nahrungshabitate müssen, neben der ökologischen Aufwertung von Grünland, auch Angebote von Brutmöglichkeiten gestellt werden. Somit schafft man für die Tiere einen Anreiz, auch bei erschwerten Nahrungsverhältnissen einen Brutversuch zu starten.
Im Rahmen des ENL-Projekts „Frosch- und Vogelweiden 3“ des NABU Thüringen werden somit, neben der Wiederherstellung und Erhaltung von Auenlebensräumen, auch fünf Storchennisthilfen in ganz Thüringen errichtet. Das vom Freistaat geförderte Vorhaben wird durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
Text und Fotos: Stephanie Krautz